Als Teilnehmer der BMW GS Trophy 2014 in Kanada wurde mir der Kauf des Trophy Motorrads angeboten. Der Preis war akzeptabel und ich schlug zu. Die Kiste ist zwar mit allem möglichen Enduro Zubehör von Touratech ausgestattet, nicht aber mit einem reisetauglichen Gepäcksystem. Die Verwendung der BMW Variokoffer schieden mangels Pistentauglichkeit von vorne herein aus. Ergo machte ich mich auf die Suche nach möglichen Koffern und deren Trägern.

Hierzu habe ich das Internet ziemlich durchforstet. Besonders unter Kostengesichtspunkten war das Ergebnis jedoch absolut unbefriedigend. Keinesfalls sah ich es ein, für einen Satz ZEGA-Koffer 700,- Euro auf den Tisch des Hauses zu legen. Und was mich zudem an den Koffern schon immer störte, war der fehlende Griff, den man natürlich für weiteres Geld dazukaufen muss.

Lange Rede... Bekanntlich ist eine Kette so schwach, wie das schwächste Glied und das gilt auch für Aluboxen. Das einzige einigermassen vernünftig gepreiste Teil von Touratech, ist m.E. der Träger. Der ist wirklich stabil. Ebenso das Befestigungssystem mit den runden Kunststoff-Pads, das holte ich mir. Und an diese Träger schraubte ich genau die Boxen, mit denen ich seit 27 Jahren und 190.000 km über Pisten, durch Bachbette und über Indische Schrottstraßen gefahren bin, die Därr Boxen. Diese heißen heute zwar anders, sind aber noch genau die gleichen Teile mit 1,2 mm Alu, Klappgriff und dank Silikon in den Falzen 100% Wasserdicht. Kostenpunkt nach etwas Recherche im Netz: 166,- Euro für das Paar (!).

Die Trägerseite der Koffer doppelte ich innen mit 0,8 mm Alu auf, so, dass die Wandstärke dort nun 2,0 mm stark war. Die Bohrungen für die Touratech-Aufnahmen gehen durch die Seitenwand. Verklebt habe ich die beiden Schichten mit Silikon, verteilt mit einer aus einer alten Mitgliedskarte selbst hergestellten “Zahnspachtel”

Vorteil der teuren Koffer ist, dass diese innen bereits beschichtet sind. Das ist absolut notwendig, da sich sonst Aluabrieb - ein schwarzes Pulver - bildet, dass einem absolut alles einsaut. Ich erledigte das mit einer einfachen, einseitig klebenden Folie, mit der man sonst Schulbücher einbindet. Darauf kam noch eine dünne Lage Schaumstoff. Das hatte ich bei meinen anderen Aluboxen auch so gemacht. So isoliert und dank Reflexion der Sonnenstrahlen an den Koffern außen, bleibt es im Inneren länger kühl. Sogar bei 40 Grad in Marokko hatte ich mittags noch kaltes Wasser.

Inzwischen habe ich etliche Reisen mit den Koffern hinter mir, darunter auch einiges an Offroad (z.B. den ACT Portugal) und kann nur Positives vermelden.

In der Fotogalerie findet Ihr die Bilder zu den verschiedenen Arbeitsschritten.